Perspektiven Emerging Markets: vierteljährliche Updates unseres Research-Teams mit detaillierten Analysen von wirtschaftlichen Entwicklungen, Markttrends und Anlagemöglichkeiten in Schwellenländern.
3. Quartal 2026
Kernaussagen
- Eine graduelle Erholung des Ölangebots lässt Ölimporteure, allen voran jene in Südasien, aufatmen
- Schwellenländer wachsen stärker als erwartet, getragen von Rohstoff- und Tech-Exporteuren
- China: Hightech-Expansion verstärkt sich, Binnenwirtschaft wartet auf Stabilisierung des Immobiliensektors
Die Zahl im Fokus
Die taiwanische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um 14.6% gegenüber dem Vorjahr – der stärkste Anstieg seit dem zweiten Quartal 1987. Treiber war die aussergewöhnlich hohe Nachfrage nach KI-bezogener Hardware, die die Exporte um mehr als 30% steigen liess und deren Rolle als zentraler Wachstumsmotor festigte. Der kurzfristige Ausblick bleibt weiterhin positiv, während sich mittelfristig Risiken aufbauen: eine starke Konzentration der Exporte auf Halbleiter, eine wachsende Abhängigkeit der Industrieproduktion von KI Sektoren sowie anhaltende Schwäche in nicht KI-bezogenen Industrien. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Südkorea; mehr dazu auf Seite 2.
Die Grafik im Fokus
Schwellenländer galten zu Beginn des Irankrieges als besonders anfällig, haben jedoch – wie die Grafik im Fokus zeigt – wiederholt positiv überrascht. Rohstoffexportierende Länder profitierten von verbesserten Terms of Trade und einer stabileren Leistungsbilanz, während der KI-Boom in den USA in Asien produzierte Hardware antreibt. Mit der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen den USA und Iran und der eingeleiteten graduellen Öffnung der Strasse von Hormus hellen sich nun auch die Aussichten für bislang besonders vulnerable Länder auf, insbesondere für Indien und die Philippinen.