Perspektiven Emerging Markets: vierteljährliche Updates unseres Research-Teams mit detaillierten Analysen von wirtschaftlichen Entwicklungen, Markttrends und Anlagemöglichkeiten in Schwellenländern.
4. Quartal 2026
Die Zahl im Fokus
Störungen an saudischen Ölpipelines sowie eine robustere Nachfrage aus China haben den Ölpreis wieder über USD 100 je Barrel steigen lassen. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, besteht weiteres Aufwärtspotenzial mit entsprechenden Inflationsrisiken für die Weltwirtschaft. Ohne dieses Negativszenario erwarten wir jedoch wieder Ölpreise unter USD 100. Das physische Angebot bleibt trotz der Störungen solide, gestützt durch höhere Lieferungen aus Nicht-Golfstaaten und zunehmende Umgehungstransporte. Da die aktuelle Situation nicht dauerhaft tragfähig ist, rechnen wir mittelfristig mit einer diplomatischen Annäherung und entsprechend nachlassendem Preisdruck.
Die Grafik im Fokus
Die Schwellenländer stehen im Zentrum der KI-Hardware-Lieferkette und profitieren daher besonders vom aktuellen KI-Boom. Allerdings waren Halbleiterzyklen in der Vergangenheit meist auf zwei bis drei Jahre begrenzt. Daher lässt sich nicht ausschliessen, dass auch der aktuelle Zyklus früher als erwartet endet. Mehrere Faktoren sprechen jedoch für eine längere Dauer. Die Technologiekonzerne haben ihre KI-Investitionen langfristig geplant und entsprechende Lieferverträge abgeschlossen. Zudem steht die Verbreitung von KI noch am Anfang. Anders als bei früheren Technologiezyklen ist bislang kein Sättigungspunkt erkennbar, da Anwendungen und Rechenbedarf weiter zunehmen.