Die Rufe nach einer Kehrtwende in der Zentralbankpolitik werden angesichts des abflauenden Wirtschaftswachstums und des vermeintlichen Stresses an den Finanzmärkten lauter. Doch trotz verschärfter Finanzbedingungen und schwächerem Wachstum ist die Situation weder düster noch die Inflation tief genug, um das Ende der geldpolitischen Straffung einzuläuten.

Die Inflation in der Eurozone liegt bei über 10% und steigt, wobei die Konsumentenpreise in den letzten drei Monaten annualisiert gar um 14% anstiegen. In den USA könnte die Inflation ihren Peak zwar erreicht haben, aber die Kerninflation, die Energie und Nahrungsmittel ausschliesst, tendiert weiter nach oben. Zudem bleibt der US-Arbeitsmarkt robust. Auch ein Blick auf die Indikatoren für finanziellen Stress gibt nicht unmittelbar Grund zur Sorge: Kreditspannen von Anleihen mit CCC-Rating, implizite Aktienvolatilität (VIX), Liquidität von US-Treasuries und Indizes zu den allgemeinen Finanzbedingungen weisen alle keine Extremwerte auf. Das Ende des Zinserhöhungszyklus naht, es sollte aber nicht als Kehrtwende missverstanden werden. 

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